Skip to content

Google Hangout mit Brian

Internet Gestern war ich mit einer Delegation Ingress-Agenten im Multimedia-Konferenzraum des deutschen Google-Office in Berlin unter den Linden.

Jeweils fünf Erleuchtete und fünf Widerständler hatten die Möglichkeit an einem Hangout mit entsprechend vielen Agenten in Hamburg und Brian Rose (Ingress-Programmierer bei Niantic Labs) teilzunehmen.

Ich fasse mal etwas zusammen, für alle die es interessiert, stellenweise mit Anmerkungen von mir. Falls ich etwas falsch verstanden oder vergessen habe, ist da unten Platz für Euren Kommentar.



Brian spielt auf der richtigen Seite, er ist auch Erleuchtet und hat sich seinen L8 selbst erspielt obwohl er natürlich direkt in der Datenbank schummeln könnte. Er managt die Feature requests der Spieler und die Google+ Community zum Spiel.

Google+ ist auch das Stichwort: Dazu ist Ingress da, dieses soziale Netz zu stärken, das ist der Plan von Google. Brian selbst hat Google+ nie benutzt, bis Ingress kam. Seitdem ist durch die sozialen Kontakte über Ingress die Benutzung von Google+ verbunden. Ich muss sagen die Strategie funktioniert: Ich hab Google+ auch immer ignoriert, aber wenn man erfolgreich mitspielen will, braucht man das.



Niantic Labs ist relativ unabhängig von Google, entwickelt das Spiel aber mit enger Verknüpfung zu Google-Diensten. Nebenbei sollen soziale Kontakt allgemein gestärkt werden und die Menschen sich mehr bewegen und damit die Welt ein Stück besser werden. Bei den angepeilten eine Milliarde Spielern möglich.

Oberhalb von L8 geht es nicht mehr weiter, das ist so beabsichtigt. Wer hier angekommen ist, kann sich selbst neue Herausforderungen suchen wie bestimmte Items zu sammeln. Es soll nicht mehr den Anreiz geben, noch mehr AP für den nächsten Level zu sammeln. Viel besser aber, wenn er sich als Mentor um den Nachwuchs kümmert und ihnen hilft wenn erforderlich.

Ingress wird die Beta-Phase wohl nie verlassen, es wird vielleicht nur einfacher an einen Code zu kommen, vor allem über erfahrene Spieler, aber es soll ein Untergrund-Spiel bleiben und diesen Charme behalten.

Obwohl das Spiel nicht in andere Sprachen übersetzt wurde wird es weltweit gespielt. Sogar in Russland, weil findige Hacker dort den Scanner gepatcht haben. Geocaching tut sich in diesem Bereich der Welt immer noch schwer, Facebook auch, Google+ kann es so schaffen.

In Ingress gibt es keine Werbung, das erscheint nicht als sinnvoller Ansatz. Es gibt in USA wohl auch schon Getränkehersteller, die Codes für das Spiel in Flaschendeckeln verstecken. Portale lassen sich mit kommerziellen Anbietern verbinden. Und natürlich fallen noch jede Menge personenbezogener Daten ab.

Es gab viele kleine Vorschläge zur Verbesserung, die meist den Scanner oder die Verwaltung von Items betrafen, die von Brian eher gelangweilt zur Kenntnis genommen wurden. Ziel der Entwicklung ist hier eher den Kontakt zwischen den Agenten zu verbessern, z.B. Items über NFC oder Links zu transportieren oder neue Spielelemente z.B. mit einem Virus ein Portal zu infizieren.

Auch das Gleichgewicht zwischen Erstellen und Zerstören soll verbessert werden und technische Probleme wie GPS-Sprünge müssen in den Griff bekommen werden, in dem man die Position z.B. festsetzen kann. E-Mails sollten auch durch Android-Notifications ersetzt werden.



Apropos Android: Es kauft sich der eine oder andere Apfelfan ja ein Android-Tablet als Zeitgerät um mitzuspielen. Weil nur genau ein Entwickler momentan bei Niantic Labs an einer Version für iOS arbeitet, wird das auch noch eine Zeitlang so bleiben.

Es ist beabsichtigt das Spiel nicht zu reglementieren, die Community soll ihre Probleme selbst lösen. Die Idee ist, dass die Kreativität nicht durch ein Regelwerk eingeschränkt sein und die Kontrolle durch die Coummunity erfolgen soll. Portale können von Spieler korrigiert werden, auch wenn dies oft auf taktischen Gründen missbraucht wird. Wenn ein Spieler falsche Links setzt, soll sein Team ihn richtig erziehen, das soll nicht technisch lösbar sein.

Eingereichte Portale sind derzeit noch ein Problem. Die Warteschlange wird immer länger und doppelte und falsch lokalisierte Einträge können nicht erkannt werden. Dazu kommen noch Leute die Bilder von sich selbst einschicken oder was auch immer einsenden weil sie mit der Technik nicht klarkommen.

Für das Problem mit Portalen auf Privatbesitz hält man keine Lösung bereit, es wäre ja kein Problem, jeder muss für sich selbst entscheiden wo er hin gehen kann und wo nicht. Bei diesem Thema wich Brian aus, wäre doch kein Problem wenn im Disneyland ein paar Portalen wären. Ich dachte dabei eher an Bahnanlagen und Lostplaces. Bei Geocachern klingeln hier gleich die Alarmglocken. Mit der Strategie riecht das schon nach Ärger in der Zukunft.

Eierei für die grüne Hölle

Internet Eins meiner Foren, der Geoclub, auch als "die grüne Hölle" bekannt, hat kürzlich ein kleines Facelift bekommen. Man kann ja noch so wenig ändern wollen, das Geschrei auf der Wiese ist garantiert.

Dem einen ist die Schrift zu klein, dem anderen das Layout zu breit, wieder jemand die Navigation zu fummelig, sind doch nun CSS-Dropdown-Menüs drin. Und die haben es in sich, wenn man einen mobilen Browser verwendet, also sprich: Mit dem "Handy" surft.

Eine mobile Version des beliebtesten deutschen Geocaching-Forums war also überfällig. Zufällig gabs da grad was von Ratio, ähh, Artodia. GPL und OpenSource wie sich das gehört. Für alle Eierfreunde mit angefressenem Fallobst in der Tasche auch mit der adäquaten Farbgebung, für alle anderen Mobilisten sicher auch akzeptabel.

Schlauerweise wird bei dem Paket für das verbreitete phpBB nicht nur der sogenannte Style geliefert, den man einfach hochlädt und aktiviert, sondern auch ein kleines Skriptchen. Das erkennt dann, ob jemand mobil um die Ecke kommt oder ein größeres Device (sogenannten Desktop) verwendet.

Nun hat mir mein Prof. Wagner beigebracht, dass solche Erkennungen nicht so der Bringer sind und man Mobilisten auch eine eigene URL vorlegen kann. In meinem Fall also m.geoclub.de - und wer die aufruft, ist auch mobil, will also keinen Schalter zur Desktop-Version. Sämtliche Abfragen zum verwendeten Browser kann man sich demnach sparen.

Das hat auch den Vorteil, dass man den Code der mobile.php nur einbinden muss, wenn eben dieser Host mit dem Namen "m.geoclub.de" aufgerufen wurde. Die Einbindung in die session.php wurde von mir daher so erweitert:
// Mod: phpBB Mobile start
if (strpos(strtolower($_SERVER['HTTP_HOST']),"m.")==0){
include_once($phpbb_root_path . 'includes/mobile.' . $phpEx);
phpbb_mobile::setup('art_mobile_iphone');
}
// Mod: phpBB Mobile end


Das würde an sich schon reichen, aber nun kann die mobile.php noch etwas vereinfacht werden, zunächst kann die Function "get_mode()" reduziert werden auf ein:
$value='mobile';
return $value;


Außerdem kann die Function "_tpl_include" komplett entfernt werden, sie würde nur die Original-Funktion überschreiben. An dieser Stelle werden sonst in den Header und Footer Links zur jeweils anderen Oberfläche eingehakt.

Danach werden keine Cookies mehr gesetzt und normales Forum und mobile Version laufen friedlich nebeneinander her.

Frische Kekse

Internet Schon in Gründerzeiten des WWW, also dem Teil des Internets mit den HTML-Seiten, haben sich die Erfinder von Netscape die Cookies (RFC2019) ausgedacht. Eine Profildatei, die der Browser lokal bei sich abspeichert. In dieser Datei sind kleine Datenmenge abgespeichert, die einer bestimmten Domain zugeordnet und von dem Webserver dieser Domain auch transparent wieder verwendet werden.

Der Cookie hat einen Namen und einen Inhalt, das kann sowas sein wie die Kundennummer oder eine Kombination aus Benutzer und Passwort. Da könnte man nun viel zu schreiben, aber es ist jedenfalls in den meisten Fällen so, dass einen der Server durch das Cookie wieder erkennt. Wozu das dann verwendet wird, ist der Kreativität der Programmierer überlassen.

So kann sich ein Geocaching-Shop so an den vorigen Einkauf erinnern und passende Produkte vorschlagen, die einem noch interessieren könnten. Ein verbreiteter Mißbrauch dagegen ist es, Benutzerprofile über das Surfverhalten eines Benutzers zu erstellen. Zwar kann ein Shop nur das Surfverhalten innerhalb seiner eigenen Webseite verfolgen, aber in eine Website von einem anderen Server eingebundene Objekte setzen auch gern Cookies für fremde Werbepartner. Und da hört für viele der Spaß auf, insbesondere dann, wenn die Kekse ewig haltbar sind!

Als Gegenmaßnahme bieten Browser an, alle Cookies nur nach Genehmigung zu setzen oder nur für bestimmte Domains zu erlauben. Meist kommt man auch ohne sie recht gut aus. Allerdings ist es bei der verbreiteten Foren-Software phpBB so, dass die Cookies verwendet werden, um die Anmeldung (Benutzername und Passwort) zu speichern. So muss man sich nicht jedesmal wieder neu einloggen.

Dazu bekomme ich zu meinen beiden Communities Linux-Club und Geoclub regelmäßig Anfragen, wieso das Einloggen nicht mehr funktioniert. Genauer: Man kann sich zwar anmelden, aber bei der nächsten Seite ist man sofort wieder abgemeldet. Es sind unterschiedliche Browser (Firefox, Explorer, Opera...) mit denen das passiert, aber immer sind die Cookies anscheinend das Problem.

Ich habe noch nicht herausgefunden, worin das Problem genau besteht, vielleicht weiß da ja auch jemand besser Bescheid. Auf jeden Fall hilft es alle Cookies im Browser zu löschen und den Browser neu zu starten. In wenigen Fällen soll es erforderlich gewesen sein, auch den Browser-Cache zu löschen. Danach klappt auch wieder sofort alles: Einloggen und angemeldet bleiben.

Noch ein abschließender Hinweis: Wenn man an einem allgemein zugänglichen Computer arbeitet, kann es sein dass der Administrator mitgedacht hat und generell keine Cookies akzeptiert. So wird verhindert, dass ein Benutzer versehentlich angemeldet bleibt und der Nächste mit dem Konto des Vorgängers arbeitet. Weil man sich da aber nicht sicher sein kann, sollte man auf solchen Rechnern am Ende immer alle privaten Daten löschen (Firefox: Strg-Umschalt-Entf).
tweetbackcheck