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Koordinaten umrechnen in R

Geocaching Vor knapp 10 Jahren (also in Computerzeitrechnung vor einer Ewigkeit) habe ich hier Excel-Tabellen gezeigt um Koordinaten zwischen verschiedenen Bezugssystemen umrechnen zu können.

In der letzten Zeit musste ich mich viel mit R beschäftigen. R erlebt derzeit eine immense Verbreitung, es ist eine einfache Programmiersprache die viel für Statistik verwendet wird. Man kann damit beachtliche Datenmengen umrechnen und analysieren. Eine große Sammlung an Packages mit denen die Sprache für den jeweiligen Zweck erweitert wird ermöglicht unter anderem auch das Rechnen mit Koordinaten.

Wie schön und einfach das geht kann ich hier an einem Beispiel aus der grünen Hölle zeigen. Zunächst einmal verwenden wir die Bibliotheken "sp" für räumliche Objekte und "geospehere" für geodätische Hauptaufgaben auf dem Ellipsoid.

library("sp")
library("geosphere")


Anschließend machen wir zwei Vektoren für die beiden Koordinaten, die in unterschiedlichen UTM-Zonen vorliegen, und erzeugen sogenannte SpatialPoints daraus:

a=cbind(710482,5654109)
ap=SpatialPoints(a, CRS("+proj=utm +zone=32"))
b=cbind(289511,5654098)
bp=SpatialPoints(b, CRS("+proj=utm +zone=33"))


Hier könnten es auch ganz andere Koordinaten sein, also z.B. Gauß-Krüger oder Soldner, das muss dann nur bei der Erzeugung der SpatialPoints angegeben werden. Die Umrechnung in ein gemeinsames Bezugssystem ist nun äußerst einfach und mit je einem Befehl erledigt:

ae=spTransform(ap, CRS("+proj=longlat +ellps=WGS84"))
be=spTransform(bp, CRS("+proj=longlat +ellps=WGS84"))


Dabei wäre auch die Angabe der beliebten EPSG-Codes möglich (also in diesem Fall EPSG:4326). Für alle die sich mit Geocaching beschäftigen: Das sind die Koordinaten so wie sie dort verwendet werden, also Länger und Breite auf dem Ellipsoid.

Danach kann man sehr einfach mit diesem Koordinaten rechnen, also z.B. den Abstand und den Richtungswinkel:

d=distVincentyEllipsoid(ae,be)
print(d)
b=bearing(ae,be)
print(b)


Auch die bei Geocachern beliebte Waypoint-Projektion (die eher ein polares Anhängen ist) kann man so einfach durchführen.

Frosch-Post aus Seattle

Geocaching Da freut sich aber der Ingress-Frosch: Groundspeak bedankt sich für meinen sportlichen Einsatz bei der Wahl zum Geocacher des Monats mit einem kleinen Geschenk-Package.

Der Brief aus Seattle war heute mittag in meiner Mailbox im Hauseingang. Mit dabei war Kermit, ähh, Signal der Frosch, in Form der 2012er Lackey Geocoin, der sofort der Bosch'schen Perforationskunst unterzogen wurde. So kann ich meine neue Frosch-Geocoin an die Kette (oder besser den Lanyard) legen.

Es wurde auch langsam Zeit, meinen 17er Schlüssel den ich seit einigen Jahren auf Events ausführe durch einen Frischen zu ersetzen.

GST049

Passend zu meiner neuen Freizeitbeschäftigung ein grüner Frosch. Perfekt. Der wird heute abend auf Mic@'s Seifenblasen-Event sofort eingeweiht.

Geocaching und Ingress

Geocaching "Spielen Sie da dieses Geocaching?" will der Polizist wissen, der grad mit seinem Kollegen in sein grün-weißes Spielmobil steigt. "Nein, den Nachfolger!" kommt es aus der Gruppe der Frösche. Allgemeines Gelächter.

Wir stehen in Neukölln an einem Cafe Achteck, die Portale sind in etwa die Locations, die drei "K", wie man sie auch vom urbanen Geocaching kennt: Kirchen, Kunstwerke und hier auch mal das Alt-Berliner Klohäuschen. Nur muss man diesmal nichts anfassen, bis auf 30 Meter rangehen reicht schon.

Frösche und Schlümpfe nennen sich die Parteien gegenseitig. Ingress, das neue große Ding von Google, mit dem vom WLAN bis zur Fußgängergeschwindigkeit alles erhoben und der Internet-User mehr an Dienste von Google plus bis zum Google calendar gebracht werden soll. Dafür kostet es nichts, außer dass man sich selbst datentechnisch nackig machen muss: Das App will alles, von GPS-Position über Netzwerkzugang bis zu Zugriff auf soziale Kontakte.

Der Vergleich vom Geocaching und Ingress hinkt aber, das ist wie mit den Äpfeln und Birnen. Apropos Äpfel, man braucht ein Android-Smartphone dafür. Wer noch keins hat, holt sich ein Tablet, wenn es das Budget für Spielsachen zulässt. Eine App für iOS dürfte noch auf sich warten lassen. Wer keinen vernetzten Androiden hat, muss schon deswegen erstmal weiter Plastikdosen im Dreck suchen.

Also hab ich mir vor zwei Wochen so ein Nexus 7 geholt, als mir zum Geburtstag ein Invite-Code für Ingress zugestellt wurde. Geocaching ist eh tot, es wurde Zeit für das persönliche Technologie-Update. Also nicht dass Geocaching keiner mehr spielt, ganz im Gegenteil, und ich würde es im Urlaub auch noch machen, aber da tut sich nichts mehr.

Für die Generation-"i" ist es nur noch öde, Koordinaten einzutippen und sich dosensuchend zum Stadtaffen zu machen. Worin zugegebenermaßen auch eine neue Perspektive für Geocaching liegen dürfte: Vielleicht findet so Geocaching zur freien Wildnis zurück, da wo kein Funkmast steht. Ich würde es mir wünschen.

Den esoterischen Hintergrund von Ingress (z.B. bei Wikipedia nachzulesen) lassen wir mal außen vor, der verwirrt nur. Es ist auch ein Spiel mit GPS, man bekommt interessante Orte zu sehen und darf die auch mehrmals aufsuchen. So oft übrigens, dass ich die ersten Tage amtlichen Muskelkater hatte. Mittlerweile spüre ich die Fitness, die das neue Spiel mir bringt. Es dürfte so der Effekt sein, den Leute beschreiben die sich einen Hund zugelegt haben.

Und nicht nur das, sondern auch neue soziale Kontakte. Wie in den alten Tagen des Geocachings, Der typischen Ingresser ist mal wieder 30-40 Jahre alt, männlich und IT-technisch interessiert, also die unvermeidlichen early Adaptors. Aber anders als beim Geocaching, wo der Nerd plötzlich mit der Anglerweste in den Wald lief, ist man hier in coolen Agenten-Outfit mit Sonnenbrille in der Stadt unterwegs. Und trifft interessante andere Agenten, teilweise alte Bekannte.

Wenn man anfängt, hat man L1 - gelesen "Level eins". Das ist sozusagen der gelbe Gürtel. Damit kann man die anderen Faction nicht so richtig angreifen, die Waffen für L1 sind ziemlich mickrig und die erstellten Portale eher schwach. Aber man kann schon mitmischen, wer hier versteht was zu tun ist kommt schnell weiter.

Vor allem wer Kontakt zu anderen Agenten findet, die ein paar Portal-Keys abgeben, die man benötigt zum verlinken von Portalen und Aufbau von Feldern, kann schnell AP (=Punkte) machen. Felder sind überhaupt das Thema, sie geben am meisten Punkte, und geht es doch um nicht geringeres als die Weltherrschaft! Was aber den Newbie eher wenig kratzt.

Im Laufe von L5 oder L6 ändert sich dann die Strategie. Außerdem stellt man spätestens dann den an sich recht guten Sound des Spiels aus. Vor allem beginnt man mehr Punkte durch Zerstörung zu machen, und natürlich an dem Aufbau von Feldern mitzuarbeiten. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Gegner sich das nicht lange bieten lassen. Sie rücken nicht etwa morgen an, sondern innerhalb der nächsten Minuten.

So ist was eben noch grün war, jetzt schon wieder blau. Der Feind hat alles kaputtgemacht, was man grad schön aufgebaut hat. Hier lernt man auch, dass dies Teil des Spiels ist. Das muss so sein, sonst könnte es ja nicht weitergehen. Solche Zerstörung ist überhaupt kein persönlicher Angriff (wer sich beim Geocaching schon über eine kritische Note ärgert, ist bei Ingress pauschal falsch)

Die gegnerischen Angriffe sind eine Möglichkeit wieder zurückzuschlagen. Allein hat man hier keine Chance, daher am besten mit dem lokalen Clan. Die Intel-Karte zeigt in Echtzeit den Verlauf des Lokalderbies, schnell verabredet, konzertierte Attacke, und danach ein Bier in der nächsten Kneipe. Oder aus dem Rucksack, weil vorsorglich gleich mitgebracht. Wo auch der externe Akku-Pack liegt, denn neben XM (die Lebensenergie im Spiel) ist auch der reale Ladezustand ein limitierender Faktor.

Der schwarze Gürtel ist dann L8, im Spiel dunkelviolett, hier gehts dann nicht mehr weiter. Die Absicht ist, der Gier nach immer mehr AP ein Ende zu setzen, weil es keinen höheren Level zu erreichen gibt. Wesentliche Aufgabe ist dann, den neu rekrutierten Agenten über die ersten Level zu helfen. L8-Agenten suchen sich dann außerdem neue Herausforderungen, liefern sich dann eigene Schlachten, z.B. zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Territorium zu besetzen.
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